Das aktualisierte Drei-Linien-Modell

Das aktualisierte Drei-Linien-Modell: Prüfungssicherheit und Beratung zur Unterstützung einer wirksamen Governance

Organisationen agieren in einem Umfeld, das durch zunehmende Komplexität, raschen Wandel und gestiegene Erwartungen an Transparenz und Leistung gekennzeichnet ist. Vor diesem Hintergrund benötigen die Leitungsorgane zuverlässige Prüfungssicherheit und fundierte Beratung, um ihre Aufsichtspflichten zu erfüllen und informierte Entscheidungen zu treffen. Das aktualisierte Drei-Linien-Modell verdeutlicht, wie Prüfung und Beratung zusammen Governance-, Risikomanagement-, Compliance- und Kontrollprozesse unterstützen. Der Ansatz kann an unterschiedliche Organisationskontexte angepasst werden und behält gleichzeitig einen klaren Fokus auf Verantwortung, Unabhängigkeit und Koordination bei.

Im Kern unterscheidet das Drei-Linien-Modell zwischen verschiedenen Rollen und betont gleichzeitig deren sich ergänzende Beiträge:

  1. Das Management (erste Linie) trägt die Verantwortung für Risiken und deren Management und ist Prozesse und Kontrollen verantwortlich.
  2. Funktionen der zweiten Linie bieten spezialisiertes Fachwissen, Unterstützung und Überwachung, um Risikomanagement, Compliance und Kontrollen zu verbessern.
  3. Die Interne Revision (dritte Linie) liefert unabhängige und objektive Prüfungssicherheit hinsichtlich der Wirksamkeit von Governance-, Risikomanagement-, Compliance- und Kontrollprozessen und bietet gleichzeitig Beratungsleistungen an, ohne Managementverantwortung zu übernehmen.

Das aktualisierte Drei-Linien-Modell hebt hervor, dass Prüfung und Beratung sich ergänzende Funktionen sind, die zu einer besseren Entscheidungsfindung und zum Erfolg jeder Organisation beitragen.

Unabhängigkeit ist die Grundlage für glaubwürdige Prüfungssicherheit und wird gestützt durch geeignete Organisationsstrukturen und Schutzvorkehrungen. Gleichzeitig erfordert eine wirksame Governance Koordination und Transparenz über die drei Linien hinweg, damit Unabhängigkeit nicht zu Isolation führt.

Ein zentrales Thema ist die Bedeutung von Koordination und gegenseitigem Vertrauen. Durch die Abstimmung von Prüfungs- und Beratungsaktivitäten können Doppelarbeit vermieden, Lücken geschlossen und ein zuverlässigeres Bild von Risiken und Leistung vermittelt werden.

Das Positionspapier erkennt an, dass sich Organisationsstrukturen unterscheiden und dass sich die Rollen innerhalb der drei Linien in der Praxis überschneiden können. Es enthält Leitlinien dazu, wie solche Regelungen durch klare Verantwortung, Transparenz und Schutzvorkehrungen gesteuert werden können, um die Objektivität zu wahren und Risiken durch Selbstüberprüfung zu vermeiden.

Hier finden Sie die deutsche Übersetzung des vom IIA veröffentlichten Dokuments (Juli 2026), solange es noch nicht in der deutschen Version auf der Website des IIA verfügbar ist.